Sonntag, 10. März 2013

Ludendorff-Verehrung zwischen "Kunst, Kitsch und Krempel"

"Kunst, Kitsch oder Krempel" heißt in diesen Monaten eine beliebte Radio- und Fernsehserie des "Mitteldeutschen Rundfunks". Sie wird produziert in Zusammenarbeit mit Kunsthistorikern. Wie bei Angehörigen regierender Herrscherhäuser oder bei Politikern wie Otto von Bismarck (6), Paul von Hindenburg, des "roten Barons" und so vieler anderer Größen und vermeintlicher Größen des politischen Lebens, des Kulturlebens oder auch von sogenannten "Stars und Sternchen" wurde der Verehrung Erich Ludendorffs ab 1914 in allen Bereichen der Sachkultur zwischen "Kunst, Kitsch und Krempel" Ausdruck verliehen. Im Forschungsbereich der Sachkulturforschung kann derartiges nach Qualität und Quantität des Auftretens erforscht werden.

Und als ein Maßstab des Erhaltenswürdigen mag gelten, dass im Jahr 1990 sogar im "Reprintverlag im Zentralantiquariat der DDR" eine liebevolle Übersicht gegeben wurde über die "Bestände des früheren Bismarck-Museums in Schönhausen (Elbe)", das noch 1945 für interessierte sowjetische Offiziere seine Fülle von "Kult und Kitsch um den Reichsgründer" liebevoll und mit Sorgfältigkeit ausstellte, und dessen Bestände sofort nach der Wende noch im Jahr 1990 so liebevoll erneut der Öffentlichkeit präsentiert worden sind (6).

Künftige Generationen werden womöglich danach fragen, ob die Arbeit des von Erich und Mathilde Ludendorff testamentarisch vorgesehenen Ludendorff-Archivs in Tutzing, das bis heute fortbesteht, und das im Sinne von Mathilde Ludendorff ganz genauso arbeiten sollte wie etwa das Schopenhauer-Archiv, dessen Arbeit sie ausdrücklich hohe Achtung entgegenbrachte, vor einem Maßstab bestehen kann, den im Jahr 1990 der "Reprintverlag im Zentralantiquariat der DDR" setzte bei der liebevollen Dokumentation auch von "Kult und Kitsch rund um den Reichsgründer".

In diesem Band sind dokumentiert die hölzerne Wiege Bismarcks (6, S. 16), es sind Stühle, Schreibtische, Wohnschränke aus dem Besitz Otto von Bismarcks dokumentiert (6, S. 18, 64f, 98f), es ist sein Arbeitszimmer dokumentiert (6, S. 76), es ist seine Aktentasche dokumentiert (6, S. 27), seine Zigarrentasche (6, S. 33), seine Uniform aus der Schlacht von Königgrätz (6, S. 34), die Schreibfeder, mit der Bismarck 1871 den Friedensvertrag mit Frankreich unterzeichnete (6, S. 39), es sind völkerkundliche Geschenke von Forschungsreisenden aus Afrika dokumentiert (6, S. 81-84), es sind sogar Hundehalsbänder und -freßnäpfchen dokumentiert (6, S. 118) - um nur einige wenige Beispiele herauszugreifen. Und es sind auch unzählige zeitgenössische Postkarten dokumentiert mit Fotografien und Zeichnungen von Bismarck und seiner Welt oder mit huldigenden Gedichten auf Otto von Bismarck und seine Taten.

So wird es denn wohl doch auch einmal Sinn machen, nachdem in einem früheren Beitrag hier auf dem Blog "Erich Ludendorff im Künstlerportrait" behandelt worden ist, Zeugnisse für die Behandlung Erich Ludendorffs in diesem angrenzenden Bereich zusammenzustellen. Also Darstellungen, bei denen - unter anderem infolge nicht ganz so großer künstlerischer Begabung oder Anspruchshaltung - die Übergänge zum Bereich des Kitsches oder gar des Krempels fließende sind. Auch in diesen Zeitzeugnissen spiegelt sich ein "Geist der Zeit" wieder. Auch diese historischen Zeugnisse werden also regelmäßig von jenen Archiven liebevoll bearbeitet, gesammelt und dokumentiert, die der Pflege des Andenkens einer geschichtlichen Persönlichkeit gewidmet sind. Und sie können deshalb dann auch von dem Historiker zu einer Gesamtbeurteilung herangezogen werden. Untersuchungen zum "Kult" rund um Otto von Bismarck oder um Paul von Hindenburg gibt es schon vergleichsweise zahlreich (z.B.: 1, 6). Parallele über den diesbezüglich ein wenig mehr im Hintergrund stehenden Erich Ludendorff stehen - wie in anderen Bereichen - noch aus.

Grund genug also für die Zusammenstellung des vorliegenden Beitrages.

1914 - Ludendorff, der Befreier des Ostens


Abb. 1: Postkarte "Der Befreier des Ostens" (Herbst 1914)
Die Abbildung 1, eine Postkarte betitelt "Der Befreier des Ostens", scheint schon im Herbst 1914 veröffentlicht worden zu sein. Diese Postkarte gibt es in mehreren Varianten. Auf der wohl früheren Variante steht in der Mitte ein noch vergleichsweise junger "Hindenburg", der auch manche Ähnlichkeit mit Ludendorff hat. Umrahmt jedenfalls ist er vom deutschen Kaiser links und vom österreichischen Kaiser rechts. Im Vordergrund liegt der russische Bär, den es zu erlegen gilt. In späteren Varianten ist der russische Bär schon durch zahlreiche Lanzen blutig zur Strecke gebracht und der in der Mitte stehende Hindenburg nun auch schon dem älteren Hindenburg deutlich ähnlicher. Eingezeichnet sind auch deutsche Grenzfestungen. In einigen von ihnen war zeitweise auch das deutsche Armeeoberkommando im Osten stationiert (Breslau, Posen).

Abb. 2: Postkarte - Die Schlacht an den Masurischen Seen, September 1914

Die Postkarte in Abbildung 3 bezieht sich auf die "Schlacht um Lodz" (Wiki), die zwischen dem 11. November und dem 5. Dezember 1914 stattfand. Die Künstlersignatur unten rechts ist schwer entzifferbar.

Abb. 3: "General v. Ludendorff - Generalstabschef in Hindenburgs Armee - Der Sieger von Lodz" (November/Dezember 1914)
In Abbildung 4 findet sich eine bunt bedruckte Blechdose. Die darauf abgebildeten russischen Kosaken sind jene "Mordbrenner", von denen Ludendorff Ostpreußen mit seiner Schlacht von Tannenberg wieder befreite.

Abb. 4: Kosaken - Mordbrenner in Ostpreußen (1914)

In den frühen Produktionen zur Ludendorff-Verehrung Ende 1914, Anfang 1915 wird Erich Ludendorff häufig irrtümlich der Adelstitel zugesprochen. Seine Mutter stammte zwar aus der Berliner Familie von Tempelhoff. Aber sein Vater trug nur den bürgerlichen Namen Ludendorff.

1915 - "Nach der Großen Winterschlacht" 

Abb. 5: Hindenburg und Ludendorff nach der großen Winterschlacht, 1915
Die Postkarte der Abbildung 5 ist, wie der Rückseite zu entnehmen ist, Teil einer vierteiligen Serie mit dem Titel "Das Hindenburg-Geheimnis". Die hier vorliegende ist die vierte mit dem Titel: "Hindenburg und Ludendorff nach der großen Winterschlacht". Bei dem Schloß im Hintergrund handelt es sich wohl um das Schloß von Lötzen (?) in Ostpreußen.

Abb. 6: Herbert Rothgaengel - Nach der Winterschlacht in Masuren, Februar 1915
Abbildung 6 zeigt Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff im offenen Automobil sitzend nach der Winterschlacht in Masuren umjubelt von Soldaten. Künstler ist Herbert Rothgaengel, der 1919 noch das eindrucksvolle Werk "Ludendorff und Hindenburg vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß" schuf (Stud. Nat. 01/2012). Ein weiteres Beispiel ist eine Illustration von Alfred Liebing in "Leipzig Illustrirte Zeitung", 1915 vom Empfang von Friedrich II., dem Großherzog von Baden, durch Hindenburg und Ludendorff auf dem Bahnhof Lötzen (Alamy).

Sommer 1915 - "So stürmt bis Warschau man heran"

Abb. 7: Die Ostwacht (1916)
Auf einer Postkarte des Jahres 1915 (bzw. 1916) wurde folgendes Gedicht verbreitet (Abb. 7):
Die Ostwacht
Dem Hindenburg sein' rechte Hand
Ist Ludendorff, wie uns bekannt,
Dess' Kriegsführung als große Kunst
Erwarb die allerhöchste Gunst.

Der Ludendorffsche Feldzugsplan
Hat es den Russen angetan;
Er zwang sie immer dort zur Schlacht;
Wo Vorteil man für uns erdacht.

So stürmt bis Warschau man heran,
Zog langsam sich zurück alsdann;
Damit der Russ' bis dorthin ging,
Wo tausendweise man ihn fing.

Ein' bessern Chef des Stabs als er
Find' Hindenburg so leicht nicht mehr;
Drum sei ganz Deutschland jederzeit
Dem Ludendorff zu Dank bereit.

P. Rößler.
Der hier erwähnte Vorstoß bis Warschau bezog sich auf die Bug-Offensive (Wiki) des Sommers 1915. Die Postkarte stammt aus einer Serie mit dem Titel  "Erinnerung an große Zeit". Der Maler ist der in Slawonien geborenen Genre- und Porträtmaler Toni Áron (1859-1920) (a). Er ist offenbar jüdischer Herkunft. Eines seiner gelungeren Werke war "Die schöne Coletta" (a) von 1885.

1915 - Umjubelt von siegreichen Soldaten

Der Münchner Karikaturist und Illustrator Ernst Schlemo (1869-?) hat schon um die Jahrhundertwende heitere Karikaturen veröffentlicht im Stil des "Simplizissimus" und sich darin über den "preußischen Militarismus" lustig gemacht. Ansonsten hat er "lustige Szenen" aus dem bayerischen Volksleben illustriert, zum Teil äußerst flach und derbe, bzw. auch sehr anzüglich.

Abb. 8: von Mackensen, von Hindenburg und Erich Ludendorff zu Pferde, umjubelt von siegreichen Soldaten
Illustration von Ernst Schlemo, 1915
(gelaufen 1.1.1916)
Die wenigen derzeit im Internet erreichbaren Karikaturen und Illustrationen von Ernst Schlemo aus der Zeit des Ersten Weltkrieges machen im Vergleich zu seinem Vorkriegsschaffen den Eindruck des "Geläuterten", sie sind ernst und würdig. So etwa eine Illustration "Kavallerist hilft seinem verwundeten Kameraden vom Schlachtfeld", die sicher der von ihm illustrierten Schrift "Kameraden" von 1916 entnommen ist.

Schlemo stellte Hindenburg und Ludendorff zu Pferde dar. Daß Hindenburg während des Krieges aber nie geritten ist, daß deshalb also auch dieses Gemälde historisch falsch ist, darauf wies Erich Ludendorff 1919 den Schriftsteller Paul Lindenberg hin (siehe unten).

Am 19. August 1915 besichtigte Kaiser Wilhelm II. die kurz zuvor eroberte russische Festung Nowo-Georgiewsk. Bei diesem Frontbesuch anwesend zu sein, wurde auch Ludendorff und Hindenburg befohlen.



Abb. 9: Postkarte "General Ludendorff nach Originalaufnahme von N. Perscheid" (zu dem Fotografen Perscheid vergleiche einen anderen Blogartikel)
Auch gibt es eine scharfe politische Karikatur aus dem Jahr 1914 von Ernst Schlemo, in der ein dicker hässlicher englischer Gentleman, umgeben von Totenköpfen und Geldsäcken, gegürtet mit "Dumdum"-Geschossen, die Bibel in der Hand auf "Humanität!", "Völkerrechte!" und "Freiheit!" herum trampelt, während hinter ihm die "Wahrheit" an einen Pfahl gefesselt ist. So sah man damals in Deutschland die Heuchelei und Geldgier des Kriegsgegners England. 

Abb. 10: "Generalleutnant von Ludendorff", 1915

19. August 1915 - Die Einnahme von Nowo-Georgiewsk

Am 19. August 1915 wurde eine der letzten Gürtelfestungen der Weltgeschichte nördlich von Warschau von den Deutschen eingenommen nachdem sie mit schwerer Artillerie sturmreif geschossen war. Über die Belagerung von Nowo-Georgiewsk gibt es auch einen eigenen Wikipedia-Artikel (Wiki). Kaiser Wilhelm II. war nach der Einnahme gleich zur Stelle und befahlt auch Hindenburg und Ludendorff dorthin. Von diesem Geschehen hat der Kriegsmaler Ernst Zimmer ein Gemälde geschaffen.

Abb. 11: Ernst Zimmer: "Der Kaiser verleiht den Helden von Nowo-Georgiewsk das Eiserne Kreuz" (19. August 1915)
Der Kaiser telegrafierte damals an den Reichskanzler Bethmann-Hollweg:
Dank dem gnädigen Beistand Gottes und der bewährten Führung des Eroberers von Antwerpen, Generals v. Beseler, sowie der heldenhaften Tapferkeit unserer prächtigen Truppen und der vortrefflichen deutschen und österreichisch-ungarischen Belagerungsarmee ist die stärkste und modernste russische Festung, Nowo-Georgiewsk, unser. Tief ergriffen habe ich eben Meinen braven Truppen Meinen Dank ausgesprochen, sie waren in prachtvoller Stimmung. Eiserne Kreuze ausgeteilt. Alles Landwehr und Landsturm. Es ist eine der schönsten Waffentaten der Armee. Die Zitadelle brennt, lange Kolonnen Gefangener begegneten Mir auf Hin- und Rückfahrt. Dörfer meist von Russen auf Rückzug total zerstört. Es war ein erhabener Tag, für den ich in Demut Gott danke.
Erich Ludendorff dachte, wie in unserem Blogbeitrag über das Jahr 1915 dargestellt, über dieses zwar - äußerlich erfolgreiche - militärische "Wursteln" der zweiten Obersten Heeresleitung anders. Er sah nur, dass die russische Armee durch solche Erfolge eben immer noch nicht vernichtet und Russland immer noch nicht friedenswillig war. Und das angesichts des schweren Ringens mit Frankreich und England an der Westfront. Das Gemälde von Ernst Zimmer findet sich auch auf dem Wikipedia-Artikel "Liste von Gemälden und Grafiken zum Ersten Weltkrieg" (Wiki). Über Ernst Zimmer (1864-1924) ist zu erfahren (AntikBayreuth):
Ernst Zimmer erlangte als Deutscher Schlachtenmaler des 1. Weltkrieges große Berühmtheit.
Seine Bilder muten allerdings ziemlich kitschig an und gehören für uns daher eher in die Kategorie "Kunst, Kitsch und Krempel", eine Kategorie, die aber nichtsdestotrotz für die öffentliche Wahrnehmung Erich Ludendorffs von Seiten der Zeitgenossen nicht vernachlässigt werden darf. Zumal für historische Vorgänge, von denen es sonst nur wenig überlieferte Fotografien zu geben scheint.

Die Szene wurde außerdem von dem Münchner Militärmaler Anton Hoffmann (1863-1938) (WikiGermanArtGallery) festgehalten.

Abb. 12: Prof. Anton Hoffmann - "Der Kaiser in Nowo-Georgiewsk"

Da im Sommer 1915 nicht - wie Ludendorff geplant hatte - ein entscheidender Schlag gegen Russland geführt wurde, sondern die russischen Armeen nur auf breiter Front zurück gedrängt wurden, war für Ludendorff die Einnahme von Nowo-Georgiewsk nur von untergeordneter Bedeutung. In der Öffentlichkeit hingegen erregte sie großes Aufsehen.

September 1915 - Eroberung Wilnas

Abb. 13: "Wilna erobert am 19. September 1915", zeitgenössische Postkarte
In einer zeitgenössischen Postkarte wird der Eroberung Wilnas durch die deutschen Truppen am 19. September 1915 gedacht. Als verantwortliche Heerführer werden abgebildet, eingebettet in Eichlaub: Erich Ludendorff und Paul von Hindenburg in der Mitte, umgeben von fünf Generälen: ???, von Scholtz, Litzmann, Hermann von Eichhorn, v. Gallwitz.

Abb. 14: Hindenburg und Ludendorff begrüßen einen Besucher ihres Hauptquartiers - wohl einen deutschen Landesfürsten - auf dem Bahnhof in Lötzen (Künstler: Liebing)
Von Begrüßungsszenen auf dem Bahnhof in Lötzen haben sich auch viele Fotografien erhalten.

Abb. 15: "Nach dem Originalgemälde des Hofmalers Artur Fischer, Berlin" ("Aus großer Zeit", Kunstblätter) (Postkarte)
Abbildung 15 ist die Postkarten-Reproduktion eines Gemäldes von Arthur Fischer (1872-1948) (Wiki). Zu sehen sind von rechts nach links Kaiser Wilhelm II., Hindenburg und Ludendorff zu Pferde, ganz links Mackensen. Daß Hindenburg während des Krieges nie geritten ist, dieses Gemälde also historisch falsch ist, darauf wies Erich Ludendorff 1919 den Schriftsteller Paul Lindenberg hin (siehe unten).

Abb. 16: H. Ulmer - Ludendorff ("Wir machen's.") Postkarte aus dem Jahr 1915
Von dem Künstler H. Ulmer gibt es ähnliche Postkarten von dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern, von Tirpitz, Mackensen, Kluck, Bülow, Herzog Albrecht, Erzherzog Friedrich, Zeppelin.

Abb. 17: Künstler und Jahr unbekannt (wohl 1915)
Ab Mitte März 1915 - In Lötzen

Abb. 18: Tafelrunde in Lötzen - Arnold Busch - 1916
Die Zeichnung in Abbildung 18 ist von dem Künstler Arnold Busch wohl "nach dem Leben" angefertigt worden. Rechts vorne ist - wohl - Erich Ludendorff dargestellt. Dahinter Max Hoffmann. Ganz links Hindenburg. Von dieser oder einer ähnlichen Szene gibt es auch mindestens eine Fotografie. Diese abendlichen Gesprächsrunden hatten sich schon im November 1914 im Königlichen Schloß in Posen herausgebildet. Erich Ludendorff berichtet darüber (7, S. 87):
Im Schloß zu Posen entwickelte sich beim Stab ein harmonisches Leben, wir waren zusammengeschweißt durch gemeinsam getragene Sorgen, wie durch gemeinsam erworbenen Ruhm. Es bildete sich die Gewohnheit heraus, daß wir nach dem Abendessen noch eine Zeitlang zusammenblieben. Wir saßen dann um einen runden Tisch, auf dem eine Fächerpalme stand, ein Geschenk Ihrer Majestät, unserer Kaiserin, einer wahrhaft deutschen Frau, deren ich stets in tiefster Verehrung gedenke. Für mich war die kurze Stunde eine Zeit der Ruhe in der fast erdrückenden Arbeit dieser vier Kriegsmonate.


Abb. 19: Die Wacht im Osten
Während des Ersten Weltkrieges war das "Dioskuren-Paar" Ludendorff und Hindenburg zunächst "Die Wacht im Osten". Also solche sind beide in vielen Abbildungen dargestellt worden.

Abb. 20: Hindenburg und Ludendorff, 1916
Die Zeichnung aus Abbildung 20 stammt von einem E. Fröhlich. Es gibt sie auch in kolorierter Fassung (Abb. 21).

Abb. 21: Hindenburg und Ludendorff


Abb. 22: Continental-Kautschuk-Werke Hannover
Angaben zu dem Künstler von Abbildung 22 sind nicht bekannt, ebenso wenig zum Zeitpunkt der Entstehung.

Nach dem 30. August 1916

Am 30. August 1916 wurden Hindenburg und Ludendorff in die Oberste Heeresleitung berufen, letzterer mit dem Titel "Erster Generalquartiermeister".

Abb. 23: "General der Infanterie Ludendorff, der neuernannte Erste Generalquartiermeister - Zeichnung von Prof. ..."
"Der neuernannte Erste Generalquartiermeister" wurde eine Portrait-Zeichnung Ludendorffs im Herbst 1916 untertitelt.

Abb. 24: A. Jarosy - Hindenburg, der Kaiser und Ludendorff in Pleß (Blatt aus einer Zeitschrift)
nach einer Fotografie vom 8.1.1917
J. Jarosy war ein Buchillustrator ("Der Bürgermeister von Lübeck", 1910) und Porträtmaler. Von ihm gibt es auch eine Illustration "Winterschlacht".

Abb. 25: "Hindenburg und Ludendorff im Großen Hauptquartier", Künstler unbekannt (Blatt aus einer Zeitschrift)
...

Abb. 26: Erich Ludendorff (Postkarte, gelaufen im Februar 1917)
...

Aus dem Kriegsjahr 1918

Abb. 27: Oscar Gehring - Erich Ludendorff, 1918
Von dem Zeichner Oscar Gehrig (1890-1948) (Wiki) gibt es ein Hindenburg-Portrait aus dem Jahr 1917 und ein ähnlich gestaltetes Ludendorff-Porträt aus dem Jahr 1918 (Abb. 27). Gehring ist in späteren Jahren mehr als Zeichenlehrer und Kunsthistoriker denn als Künstler tätig gewesen.

Werbemarken

Abb. 28: Reklamemarke
Während des Ersten Weltkrieges fand sich das Konterfei Ludendorffs auch auf Reklame- und Werbemarken (Abb. 28 und 29).

Abb. 29: Werbemarke
August 1918 - Ludendorff in der britischen Kriegspropaganda


Erich Ludendorff fand mitunter auch Behandlung in der britischen Kriegspropaganda.


Abb. 30: Karikatur im "Punch" vom 21. August 1918

Der 8. August 1918 war für ihn der "schwarze Tag des deutschen Heeres", seit dem er nicht mehr mit einem deutschen Sieg in diesem Krieg rechnete. Die Karikatur erschien am 21. August 1918 im britischen "Punch" unter dem Titel "Vergnüglichkeiten des Oberkommandos". Sie spielt auf die riesige volkstümliche Holzfigur an, die vor dem Deutschen Reichstag in Berlin aufgestellt worden war, und in die man für Geld Nägel einschlagen konnte. Sie ist im Blick aus dem Fenster zu sehen (und war ja tatsächlich aus dem Generalstabsgebäude heraus zu sehen, wenn auch aus einem spiegelverkehrten Blickwinkel). Ludendorff fragt:
Wie geht es dem "Eisernen Hindenburg"? Sind seit unserem letzten Sieg neue Nägel eingeschlagen worden?
Hindenburg antwortet:
Mein lieber Freund, das Verdienst dafür gebe ich gerne dir. Deine Freunde sagen immer, daß ich mein Gehirn von dir habe!
Gemeint ist also: Jetzt wo es mehr Niederlagen als Siege zu verzeichnen gibt, schiebt Hindenburg die Verantwortung dafür gerne auf Ludendorff. Natürlich war auch auf der Gegenseite den kundigeren Menschen bekannt, daß Hindenburg seit 1914 nur seinen Namen gegeben hatte für die militärischen Erfolge, die allein auf das Konto von Erich Ludendorff gingen. Eine solche Verschiebung der Verantwortlichkeit sollte tatsächlich knapp zweieinhalb Monate geschehen. Am 30. Oktober 1918 wurde Erich Ludendorff in Schloß Bellevue in Berlin von Kaiser entlassen. Hindenburg bat nicht um seinen Abschied wie es Ludendorff erwartet hatte. Der Kaiser sah in Ludendorff das Haupthindernis für den Friedensschluß.

29. April 1919 - "Historisch unrichtig" - Im Krieg nie geritten


Der Kriegsberichterstatter und Schriftsteller Paul Lindenberg (1859-1943) (Wiki) besuchte am 29. April 1919 Ludendorff in Berlin und berichtet darüber in seinen Lebenserinnerungen (8, S. 196f):
Ich gebe Ludendorff einige meiner Kriegsschriften und die in großer Auflage erschienene Erzählung "Unter Hindenburgs Fahnen". Ludendorff weist auf den farbigen Umschlag hin, der Hindenburg und ihn hoch zu Roß zeigt: "Das ist historisch unrichtig. Hindenburg ist während des ganzen Feldzuges nie aufs Pferd gestiegen, ich nur sehr selten, wir machten alle Fahrten mit dem Auto."
Von dem Militärmaler Carl Röchling (1855-1920) (Wiki), der dieses Bild gemalt hat (9), ist bis heute bekannt geblieben sein Gemälde "The Germans to the Front" aus dem Jahr 1900. Das Bild, von dem hier die Rede ist, ist allerdings im Internet derzeit nicht zugänglich. Aber in diesem Beitrag finden sich ja mehrere Abbildungen, auf denen Hindenburg und Ludendorff zu Pferde dargestellt waren, etwa oben auch von Hofmaler Arthur Fischer (1872-1948). Wahrscheinlich waren die Hof- und Kriegsmaler es aus der Vorkriegszeit einfach so gewohnt, Soldaten zu Pferde darzustellen und malten in Kriegszeiten einfach so weiter.


1924 - "Mein Herz schlägt in heißer Sehnsucht für die Freiheit des ganzen Volkes"


Nach dem Jahr 1918 ändert sich die Aussage der der Ludendorff-Verehrung gewidmeten künstlerischen und kunsthandwerklichen Produktionen natürlich beträchtlich.
 
Abb. 31: Spruchpostkarte, 1924/25, Verlag Gladsheim, Dresden
Auf einer in Dresden hergestellten Spruch-Postkarte aus den Jahren 1924/25 (Abbildung 31) wurden Worte Erich Ludendorffs aus seiner Verteidigungsrede vor dem Volksgerichtshof in München am 29. Februar 1924 zitiert (2, S. 111; 3, S. 270). Diese Spruch-Postkarte erschien in der Zeit, als Erich Ludendorff als Reichstagsabgeordneter tätig war.

1928 wurde das Ludendorff-Portrait eines A. Bollinger veröffentlicht (s. Fotoarchiv der Süddeutschen Zeitung):
German general Erich Ludendorff (1865-1937), important german figure of ww1, painting by A. Bollinger, 1928.



1934/35 - Harald Rother

Abb. 32: Harald Rother - Zeichnung, 8. Juni 1934

Aus den Jahren 1934 und 1935 finden sich Portrait-Zeichnungen eines Harald Rother (Herkunft: Ebay, Dezember 2014). Da die erste auf den Tag genau datiert ist, könnte zumindest sie nach dem Leben entstanden sein.


Abb. 33: Harald Rother - Zeichnung, 1935

Über die Person Harald Rother ist einstweilen im Internet nichts weiter zu erfahren, auch nicht auf Google Bücher.

- - - Fortsetzungen dieses Beitrages finden sich in den Beiträgen:
und

(17.9.15: ergänzt um den Abschnitt, der sich auf Literaturangabe 6 bezieht)
_________________________________________
  1. von Hoegen, Jesko: Der Held von Tannenberg. Genese und Funktion des Hindenburg-Mythos (1914 - 1934). Böhlau, 2007 (Google Bücher)
  2. Ludendorff, General: Auf dem Weg zur Feldherrnhalle. Lebenserinnerungen an die Zeit des 9. 11. 1923 mit Dokumenten in 5 Anlagen. Ludendorffs Verlag, München 1937 (1. - 54. Tsd.) (156 S.); mit Dokumenten in 6 Anlagen. 1938 (55. - 64. Tsd.) (174 S.). Faksimile-Druck der Ausgabe von 1937 in: Archiv-Edition, Verlag für ganzheitliche Forschung, Viöl 1996
  3. Ludendorff, General: Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter Deutscher Volksschöpfung. Meine Lebenserinnerungen von 1919 bis 1925. Ludendorffs Verlag, München 1940 (12. - 16. Tausend)
  4. Pyta, Wolfram: Paul von Hindenburg als charismatischer Führer der deutschen Nation. In: Frank Möller (Hg.): Charismatische Führer der deutschen Nation, S. 109 - 147 (Google Bücher)
  5. xyz
  6. Breitenborn, Konrad: Bismarck. Kult und Kitsch um den Reichsgründer. Aus den Beständen des früheren Bismarck-Museums in Schönhausen (Elbe) und dem Archiv der ehemaligen Stendaler Bismarck-Gesellschaft. Reprintverlag im Zentralantiquariat der DDR, Leipzig 1990 
  7. Ludendorff, Erich: Meine Kriegserinnerungen 1914 - 1918. Verlag Mittler & Sohn, Berlin 1919
  8. Lindenberg, Paul: Es lohnte sich, gelebt zu haben. Erinnerungen. Vorhut-Verlag Otto Schlegel, Berlin 1941 (370 S.) (GB
  9. Lindenberg, Paul: Unter Hindenburgs siegreichen Fahnen. Erzählung aus dem Weltkrieg 1914/15. Mit mehrfarbigem Umschlagbild von C. Röchling und Innenbildern von Willy Werner und A. Roloff Person. Paul Schreiter Verlag, Berlin [1918] (269 S.)  

Donnerstag, 7. März 2013

Die "Kurfürstenstraße 112, Ecke Keithstraße" im Leben Erich Ludendorffs

Ein Wohnort Erich Ludendorffs in Berlin zwischen 1914 und 1918

Jüngst sind hier auf dem Blog in einem Beitrag zugängliche Zeugnisse zum Leben Erich Ludendorffs rund um seine erste Ehe zusammengetragen worden (1). Während des Ersten Weltkrieges wohnte seine Frau in Berlin in einer Pension Tscheuschner in der Kurfürstenstraße 112, Ecke Keithstraße. Und wenn Ludendorff in Berlin weilte, wohnte er auch hier und lud hierhin auch den Führer der nationalliberalen Partei zu politischen Gesprächen ein (1). Zu diesem Wohnort sollen hier noch einige Angaben zusammengetragen werden (Wiki a, b), die zu speziell sind und deshalb nicht alle in den Rahmen des vorgenannten Artikels passen. 

Es war das ein Wohnort der damaligen "oberen Zehntausend" Berlins. Die Gegend in Tiergartennähe wurde als eine Verlängerung des Kurfürstendamms empfunden.

Abb. 1: Pension Tscheuschner, Kurfürstenstraße 112, Berlin (1909)
Es kann das verdeutlicht werden anhand von anderen Angehörigen der "oberen Zehntausend", die vor 1945 in der Nähe wohnten oder arbeiteten. Nur wenige Häuser weiter in der Keithstraße Richtung Süden (Nr. 8) wohnte - wohl ab 1926 - der katholische Ministerialdirektor im Innenministerium Erich Klausener (1885 - 1934). Er ist 1934 ein Opfer der "Röhm-Morde" geworden. Am Ende der Keithstraße nach Norden gegenüber der dortigen Corneliusbrücke über den Landwehrkanal und Richtung Tiergarten stand das Elternhaus des Schriftstellers Stephan Hermlin. In seiner Erzählung "Corneliusbrücke" schildert Hermlin diese Wohngegend seiner Kindheit als eine sehr ruhige, beschauliche. Man hörte die Glocken der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und das Vögelgezwitscher des Landwehrkanals und des nahen Tiergartens.

Abb. 2: Blick von Kurfürstenstraße 112 auf eines der wenigen ursprünglicher erhaltenen Häuser der Keithstraße
Zwei Häuser weiter in der Kurfürstenstraße 115/116 Richtung Osten befand sich ab 1940 der Arbeitsort von Adolf Eichmann im Judenreferat des Reichssicherheitshauptamtes (a). Nur kurz um die Ecke nach Süden in dem heutigen Gewerkschaftshaus mit Blick auf das "Kaufhaus des Westens" (Kleiststraße 19 - 21) wohnte von 1911 bis 1930 Georg Bernhard (1875 - 1944), der Leiter der einflußreichen "Vossischen Zeitung". Ab 1933 leitete er die Exilzeitungen "Pariser Tageblatt", bzw. "Pariser Tageszeitung", die in dieser Zeit häufiger über Erich Ludendorff berichteten.

Abb. 3: Häuserzeile der Keithstraße (Richtung Norden und Kurfürstenstraße), an deren Ende sich vormals die Pension Tscheuschner befand. In dem Haus vorne wohnte Erich Klausener.
Von den vormaligen Wohnhäusern von Georg Bernhard und Erich Klausener liegt heute in Sichtweite entfernt auch die "Urania".

Abb. 4: Ein früheres Nachbarhaus der Pension Tscheuschner - Kurfürstenstraße 114 (Wiki)
Auch heute gibt es in dieser Gegend viele Hotels und Pensionen. Aufgrund des starken Durchgangsverkehrs und der modernen, nüchternen Bebauung wird die vormalige großbürgerliche Ruhe und Beschaulichkeit aber heute höchstens noch an frühen Sonntagvormittagen nachempfunden werden können. Diese Gegend hat während und nach dem Zweiten Weltkrieg viel von ihrer ursprünglichen Bausubstanz eingebüßt. Wie überwiegend auch sonst in dieser Gegend steht - in schreiendem Gegensatz zur früheren Bebauung - an der Stelle der vormaligen vierstöckigen Pension Tscheuschner heute ein achtstöckiger Wohn- und Büroblock (Abbildung 5).

Abb. 5: Kurfürstenstraße 112 - Hier stand vormals die Pension Tscheuschner
Die "Aussicht von der Pension" links auf der Ansichtskarte von 1909 (Abbildung 1) könnte die nach Norden in die Keithstraße hinein und Richtung Landwehrkanal und Tiergarten sein.*) Von hier waren es quer durch den Tiergarten (a) drei Kilometer Fußweg zum Generalstabsgebäude am Königsplatz. Zum Schloß Bellevue, wo es Besprechungen gab und wo Erich Ludendorff am 26. Oktober 1918 von Kaiser Wilhelm II. entlassen worden ist, sind es sogar nur zwei Kilometer.

Die Erzählung "Corneliusbrücke" von Stephan Hermlin

Wie schon erwähnt, befand sich auch das Elternhaus des Schriftstellers Stephan Hermlin (1915 – 1997) zu jener Zeit - oder wenig später - 500 Meter weit von dieser Pension entfernt am Ende der Keithstraße Richtung Norden, wo sie mit der Budapester Straße in einem spitzen Winkel zusammentrifft. Dies ist ein Umstand, den der antifaschistische Schriftsteller jüdischer Herkunft 1968 in seiner Erzählung "Corneliusbrücke" verarbeitet hat (2, 3). Sein Elternhaus blickte nach dieser Erzählung direkt auf diese Corneliusbrücke über den Landwehrkanal und lag in der Budapester Straße 1. Hermlin schreibt von der
langen, mächtigen Straße, 
der
Budapester Straße, die damals noch zum Kurfürstendamm gehörte.
Er lokalisiert in seiner Erzählung die Pension Ludendorffs nun "gegenüber" dieses Hauses, nämlich Budapester Straße, Ecke Katharina-Heinroth-Ufer. Dies beruhte entweder auf einem Irrtum oder auf sehr "dichterischer Freiheit" dieses Autors. Denn die Pension Erich Ludendorffs in der Kurfürstentraße 112, Ecke Keithstraße lag von der Corneliusbrücke 500 Meter weit entfernt und damit keineswegs "gegenüber". Mit dieser "dichterischen Freiheit" schreibt Hermlin nun:
Das Haus, von dem ich zu General Ludendorff hinübersehe, ist das letzte auf der rechten Seite der langen mächtigen Straße, die an dem weitesten nördlich gelegenen Punkt des Hauses einen spitzen Winkel mit der Keithstraße bildet. Nach links und nach rechts geht den Kanal entlang, das stille, von alten Bäumen und Buschwerk bestandene Lützowufer ab, an dem man spazierengehen oder träumen oder etwas verbergen kann.
In diesen Worten deutet sich wie in anderen der Erzählung jene ganz andere Atmosophäre dieser Wohngegend an, als sie heute besteht. Hermlin weiter:
Wenn man von unserem Hause aus nach der anderen Seite die Straße hinabblickt, in die Richtung der Gedächtniskirche, von der her jeden Abend ein wildes, vielstimmiges Geläut dröhnt, weiß man, daß an der nächsten Ecke die Wichmannstraße liegt, dann die Nürnberger, dann die Kurfürstenstraße. Da unten liegt auch das Eden-Hotel, zweihundert, vielleicht dreihundert Meter entfernt.
- Nun, genauer gesagt lag es 600 Meter von seinem Elternhaus entfernt (am heutigen Olof-Palme-Platz - auffallenderweise benannt nach einem ermordeten Sozialdemokraten!).

Die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht (Januar 1919)

Im Hotel Eden hatte die Garde-Kavallerie-Schützen-Divsion am 15. Januar 1919 ihr Stabsquartier während der Niederschlagung der Spartakus-Aufstände (a, b, c, d). Und hier wurden die in Wilmersdorf festgenommenen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg vor ihrer Ermordung vernommen. Von den Autos mit den Mordopfern Liebknecht und Luxemburg schreibt Hermlin nun entsprechend seiner falschen Lokalisierung der Pension Ludendorffs an die Ecke von Budapester Straße und Katharina-Heinroth-Ufer:
Die beiden Autos fahren ziemlich langsam vorbei, das eine geradeaus über die Brücke in den Tiergarten hinein; das andere biegt nach links um die Ecke, an der General Ludendorff wohnt.
Erich Ludendorff wohnte zwischen dem 15. November und Mitte Februar jedoch in Schweden (4, S. 377f). Wer aber in der Nähe weilte und von Stephan Hermlin keineswegs so deutlich hervorgehoben wird, wie es höchstwahrscheinlich notwendig wäre, war der astrologiegläubige, langjährige Geheimdienstchef Wilhelm Canaris (1887 - 1945), der mit einer Anthroposophin verheiratet war, und der die Mörder im nachmaligen Gerichtsverfahren wirkungsvoll schützen sollte. Der 1936 den Auslandseinsatz der deutschen Wehrmacht im Spanischen Bürgerkrieg wirksam in die Wege leiten und mehrmals verlängern sollte, und der noch mancherlei weitere spannungsverstärkende, kriegsverlängernde, anstatt -verkürzende Tätigkeiten danach entfalten sollte, dabei immer zweigleisig fahrend auch eine "Nach-Hitler-Regierung" unter seiner Hand bereit haltend. (Übrigens: Parallelen zu extremistischen Mordtaten, Wiederaufrüstung und Auslandseinsätzen, wiederum unter mancherlei Mitwirkung von deutschen Geheimdiensten nach 1945 können wirklich nur rein zufälliger Natur sein ... Wirklich. Denn es gibt ja heute keine ariosophisch angehauchten satanistischen Okkultlogen mehr in Deutschland - - - ?)

Abb. 6: Eden Hotel, Budapester Straße
Interessant ist jedenfalls, daß Philipp Scheidemann - so von Stephan Hermlin zitiert - gewissermaßen Verständnis für die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg äußerte. Beide wurden von ihm gewissermaßen - in heutiger Wortwahl - als "Anstifter einer terroristischen Vereinigung" beurteilt, von denen womöglich er selbst, Philipp Scheidemann, sein Leben bedroht gefühlt hatte. Der Sozialdemokrat August Winning berichtet ebenfalls von einem Gespräch mit Rosa Luxemburg in der Zeit vor 1914, in dem sie ihm "freundlichst" mitgeteilt hatte, daß sie ihn als einen der ersten an die Wand stellen würde, wenn sie an die Macht käme, da er zu konservativ wäre. Derartige Einstellungen gehen auch aus anderen Zitaten von Rosa Luxemburg hervor:
Wer sich dem Sturmwagen der sozialistischen Revolution entgegenstellt, wird mit zertrümmerten Gliedern am Boden liegenbleiben.
Ein Schuh Rosa Luxemburgs - "Auf daß erfüllt würde die Schrift"

Da es manche Hinweise dafür gibt, daß Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg - wie andere bedeutende Morde der damaligen Zeit - aufgrund von Logenurteilen im freimaurerähnlichen Thule-Orden ermordet worden sind, läßt auch die Angabe des offenbar bibelkundigen Stephan Hermlin aufhorchen in seiner Erzählung "Corneliusbrücke" über einen von Rosa Luxemburg im Hotel Eden verlorenen Schuh:
Einen Schuh der Frau findet der Soldat Becker auf dem Trottoir und behält ihn als Trophäe. Auf daß erfüllt würde die Schrift.
Der zweite Satz ist kursiv gesetzt und steht an dieser Stelle in der Erzählung ganz unvermittelt als Ende eines Abschnitts. Sonst finden sich in der ganzen Erzählung keine Andeutungen von Bezugnahmen auf die Bibel. Tatsächlich haben nun jedoch Schuhe mancherlei Bedeutung innerhalb der Bibel, bzw. des Alten Testaments. Etwa bei "Besitzergreifungen". Da wird auf denjenigen der Schuh geworfen, der unterworfen, enteignet und versklavt wird. Ausgezogene Schuhe haben bekanntlich auch in den Ritualen der Freimaurerei eine Bedeutung. Auch bei dem tödlichen Unfall von Jörg Haider ist ausgerechnet einer seiner Schuhe von den Pressefotographen am Unfallort fotografiert worden (siehe die Bücher von Gerhard Wisnewski "Jörg Haider - Unfall, Mord oder Attentat?" und Guido Grandt "Logenmord Jörg Haider?"). 

Was Stephan Hermlin dem Leser mit diesem Satz sagen will, muß an dieser Stelle vorerst dahingestellt bleiben. Es könnte sich wenn dann wohl nur aus dem Gesamtzusammenhang seines sonstigen Werkes erschließen. Aber womöglich haben wir hiermit einen Hinweis an der Hand, daß auch er zu jenen Schriftstellern gehört, die - "als Herren der Probleme, mit denen die Zeitgenossen sich beschäftigen" - sich "über die Köpfe des Publikums hinweg" "unter Mißachtung des Lesers" mit jenen verständigen, die um ähnliche Dinge wissen wie sie selbst und mit denen sie sich über jene Dinge verständigen, auf die sie hoffen, und in deren Richtung sie wirken - ?

- Übrigens wäre anhand weiterer Quellen zu prüfen, ob Erich Ludendorff im Sommer 1918 in seiner Pension von einer Militärkapelle ein Ständchen dargebracht worden ist. Damit jedenfalls leitet Stephan Hermlin seine Erzählung ein. Er will es als als Dreijähriger miterlebt haben. Oder ob auch dies dichterischer Phantasie entspringt. Wie auch immer: In seiner Erzählung wird - hier nicht ausreichend zitiert - ein wenig von der Ruhe und der Beschaulichkeit dieses Stadtteiles in jener Zeit deutlich.

____________________
*) Der Text der Ansichtskarte scheint sehr belanglos zu sein: ".... anstatt ... hatten wir solch hohen Schnee, wie ich ihn noch nie sah, d. ... schon konnten nicht ... D. Autos blieben stecken, es sah aber sehr hübsch aus. Aber in einer Nacht werden hier alle Trottoirs gesäubert, es wird große ... gesorgt (?). Für paar Tage ... das war sehr nett für mich .... Besorgung unsere Sachen habe ich ja schon gedankt. Sie hatten alles richtig ausgesucht, d. ... ist ... glatt u. hübsch. Grüßen Sie Fr. Ilse ... seien Sie selbst herzl! von uns gegrüßt
Ihre ... Fehlmann (?)"
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  1. Bading, Ingo: Das Familienleben Erich Ludendorffs - Insbesondere rund um seine erste Ehe (1909 - 1925). Studiengruppe Naturalismus, 15.2.2013
  2. Hermlin, Stephan: Corneliusbrücke. Erzählung. 1968
  3. Schlosser, Jan T.: „Falsche“ und „historische“ Wirklichkeit. Stephan Hermlins intertextueller Brückenschlag zu Paul Celan. In: Hjem, Nr. 20 (2006) (pdf)   
  4. Uhle-Wettler, Franz: Erich Ludendorff in seiner Zeit. Soldat, Stratege, Revolutionär. Eine Neubewertung. Verlagsges. Berg, Berg 1995 (Google Bücher)
  5. Nebelin, Manfred: Ludendorff. Diktator im Ersten Weltkrieg. Siedler Verlag, München 2010 
  6. Bading, Ingo: Ludendorffs erste Frau. Ihre Erinnerungen als historische Quelle - beispielhafte Auszüge. Studiengruppe Naturalismus, 13.3.2012
  7. Ludendorff, Margarethe: Als ich Ludendorff's Frau war. Hrsg. von Walther Ziersch. Drei Masken Verlag A.-G., München 1929 (Google Bücher)
  8. Ludendorff, Erich: Meine Kriegserinnerungen 1914-1918. E. S. Mittler und Sohn, 1919, 1921 (Google Bücher
  9. Zechlin, Egmont: Ludendorff im Jahre 1915. Unveröffentlichte Briefe. In: ders.: Krieg und Kriegsrisiko. Düsseldorf 1979
  10. Breucker, Wilhelm: Die Tragik Ludendorffs. Eine kritische Studie auf Grund persönlicher Erinnerungen an den General und seine Zeit. Helmut Rauschenbusch Verlag, Stollhamm (Oldb) 1953 
  11. Bading, Ingo: Ludendorff in Berlin 1919 und 1920 - "Eine schöne Wohnung in der Viktoriastraße, ganz in der Nähe des Tiergartens". Auf: Studiengruppe Naturalismus, 23. Januar 2012

Samstag, 2. März 2013

"Der grimmigste Feind der Deutschen, der Nationalsozialismus"

Verstreute Brief- und Nachlaßstücke von Erich und Mathilde Ludendorff, sowie ihrer Mitarbeiter (I)
1. Teil: 1920 - 1929


(zum 2. Teil: 1930 - 1966 -->hier)


"Ludendorff-Briefe dürfen keineswegs durch Autographen-Händler gehandelt werden"


Immer wieder finden sich Autographen und andere Nachlaßstücke von Erich und Mathilde Ludendorff im Autographen- und Auktions-Handel. Es geschieht dies gegen den Willen beider Personen, wie unter anderem einer Mitteilung vom 7. April 1939 in ihrer Zeitschrift "Quell" (S. 19) entnommen werden kann. Da heißt es, es bestünde Veranlassung,
darauf hinzuweisen, daß Deutsche, die Briefe des Feldherrn besitzen, dafür Sorge tragen, daß diese entweder zu ihren Lebzeiten oder nach ihrem Tode, so weit sie nicht würdig vererbt werden können, an Frau Dr. Mathilde Ludendorff bzw. an den Verlag zurückgegeben werden. Keineswegs dürfen solche Briefe jemals öffentlich preisgegeben oder gar durch Autographen-Händler gehandelt werden.
Der Verlag.
(Hervorhebung nicht im Original.) Bekanntlich sammelte Adolf Hitler in seinem Tresor Liebesbriefe von Carl Severing und Aktaufnahmen von Mathilde Ludendorff (siehe frühere Beiträge). Und bekanntlich hat er mit Vorwürfen auf privatem Gebiet die mächtigsten Gegner seines Kriegskurses 1938 gestürzt (Fritsch und Blomberg). Ebenso waren auch die Kinder von Margarethe Ludendorff, der ersten Frau Erich Ludendorffs, die 1932 ebenso wie ihr Sohn Heinz Pernet der NSDAP beigetreten war, nach deren Tod 1936 nicht bereit, Erich Ludendorffs Briefe an sie an diesen zurückzugeben. Auch dies dürfte aus politischen Gründen geschehen sein. War Heinz Pernet doch damals Mitarbeiter führender Nationalsozialisten in Bayern (1). Daß mit solchen Nachlaßstücken "Politik" gemacht werden könnte, dagegen wandten sich damals sicherlich die eben zitierten Worte von der "öffentlichen Preisgabe".

Wie Erich und Mathilde Ludendorff und ihr Mitarbeiterkreis selbst über den Umgang mit Briefen und Andenkenstücken dachten und daß sie in ihren Testamenten ausdrücklich ein Ludendorff-Archiv innerhalb der "Ludendorff-Gedenkstätte" im Besitz des "Bundes für Gotterkenntnis" vorgesehen hatten, in dem solche Nachlaßstücke gesammelt werden sollten - anstatt daß diese in den "falschen Händen" verblieben oder in diese gerieten oder in den Autographenhandel -, darüber ist in einem früheren Beitrag hier auf dem Blog schon ausführlich geschrieben worden (1).

Daß die testamentarisch vorgesehenen Ludendorff-Archive - des "Ludendorff Gedenkstätte e.V." in Tutzing und des "Bundes für Gotterkenntnis" - sich seit vielen Jahren, wenn nicht Jahrzehnten dennoch nicht sehr systematisch und mit Nachdruck um diese Dinge kümmern, wird unter anderem daran erkennbar, daß Briefe und Andenkenstücke selbst aus dem Nachlaß der engsten Verwandten und Mitarbeiter Erich und Mathilde Ludendorffs immer wieder in den Auktionshandel kommen, ohne daß sich die genannten Archive und die sie tragenden Personengruppen darum besonders zu kümmern scheinen oder deren Existenz und Inhalt wenigstens systematisch dokumentieren würden (so wie das hier auf dem Blog wenigstens ansatzweise versucht wird). So etwa Nachlaßstücke von Hanno von Kemnitz, einem Sohn Mathilde Ludendorffs (2). So etwa das Angebot des "Herrenzimmers Ludendorffs" (3). So der Nachlaß von Hermann Rehwaldt (4) oder von so unterschiedlichen Briefpartnern wie Erwin Würth, Ulrich Graf, Josef von Lauff, Werner von Blomberg (Fotoalbum). Und auch dies ist gewiß nur eine willkürliche Auswahl.

Von vormaligen Vorsitzenden der beiden genannten Vereinigungen (u.a. Hans Binder, Gunther Duda) sind in den letzten Jahrzehnten, wie man hört und mitunter auch lesen kann, Stücke aufgekauft worden oder sie sind auf andere Weise an diese gekommen. Von diesen Stücken sind jedoch bis heute die wenigsten der Öffentlichkeit bekannt oder zugänglich gemacht worden.

Dokumentation von verstreuten Einzelfunden


In dem vorliegenden Beitrag sollen, um überhaupt auf die Existenz solcher und zahlreicher ähnlicher Autographen aufmerksam zu machen, auch noch eher zusammenhanglose Einzelstücke dokumentiert werden, die im Auktionshandel und anderwärts "die Runde" machen. Sie haben für sich genommen und so isoliert, wie sie hier nur dokumentiert werden können, zwar wenig Aussagewert. Weshalb ihnen bislang hier auf dem Blog auch noch kein Beitrag gewidmet worden ist. Doch indem sie einmal in größerer Zahl zusammengestellt werden, erlauben sie vielleicht doch noch manchen neuen Einblick und manche neue Anregung. Außerdem könnte jedes einzelne Stück natürlich in anderen Zusammenhängen wieder einen neuen Sinn machen und biographische Erkenntnisse vermitteln. Es macht also wenig Sinn, solche Einzelstücke nur weil sie so fragmentarischen Charakter haben, unveröffentlicht zu lassen.

Es kann ja gut sein, daß selbst solche kleinen und unbedeutenden Puzzelteile, sollten sie irgendwann einmal zu einem anderen Puzzelteil passen, die Kenntnisse von historischen Ereignissen erweitern können. So erging es uns erst kürzlich hier auf dem Blog durch die Auseinandersetzung mit Nachlaßstücken aus der Familie Pernet. Solche verstreuten Dokumente also sollen in dem vorliegenden Beitrag in chronolgischer Reihenfolge zusammengestellt werden. Und sie sollen auch nach und nach - wie es sich ergibt - ergänzt werden.

Wenn solches getan wird, läuft man natürlich mitunter Gefahr, aus den oben genannten Personenkreisen heraus als "Krämerseele und Kuriosasammler" bezeichnet zu werden. Nun denn, so hat denn immer wieder so manches auch seinen "Pferdefuß", wie an dem vorliegenden Material gleich noch einmal sehr handgreiflich veranschaulicht werden kann.

Sommer 1919 - Goslarer Jäger fragen bei Ludendorff an


Am 6. August 1914 war die belgische Grenzfestung Lüttich durch die verstärkte 14. Infanterie-Brigade (General Ludendorf), bestehend aus dem 5. Hannoverschen Infanterie-Regiment 165 (Goslar), Infanterie-Regiment 27 (Halberstadt), 4. Jäger-Bataillon (Naumburg) und der Magdeburger Artillerie erobert worden. Das Infanterie-Regiment 165 hatte seinen Garnisonsstandort auch in Quedlinburg, wo noch heute ein Garnisonsverein ein Museum betreibt. Vom 01.04.1897 bis 30.09.1909 war Goslar Standort des Regimentsstabes und des I. Bataillons dieses Regimentes. Im Frühsommer 1919 erschienen die "Kriegserinnerungen" Erich Ludendorffs. Ihnen stellte er als Widmung voran:
Ich widme dieses Buch
den im Glauben an Deutschlands
Größe gefallenen Helden.
In Vorbereitung auf eine "Zusammenkunft der Angehörigen der Vereinigung ehemaliger Goslarer Jäger, Goslar, am 25. und 26. Oktober 1919", zu der 600 Teilnehmer erschienen (Wiki), wurde an Erich Ludendorff die folgende Anfrage gerichtet, die zusammen mit der Antwort in der gedruckten "Erinnerungsgabe" zu dieser Zusammenkunft abgedruckt wurde:
Auf die Anfrage des Oberstleutnants Maccius an Seine Exzellenz General der Infanterie Ludendorff, ob als Spruch auf den zu errichtenden Denkstein die Widmung seiner "Kriegserinnerungen" gesetzt werden dürfe, ging vorstehende Antwort ein.
Abb. 1: Erich Ludendorff an die Goslarer Jäger, Sommer 1919
Ludendorff schrieb:
Mein lieber Herr Oberleutnant!
Nehmen Sie den Satz, Sie machen mir eine Freude damit.
Den tapferen Kameraden, die sich versammeln werden, bestellen Sie meinen Gruß.
Jeder von ihnen muss sich täglich fragen, was hat er zum Wiederaufbau des Landes getan.
Mit kameradschaftlichem Gruß
Ludendorff.
Selbst kam Erich Ludendorff nach Goslar aus Anlass der Feier des ehemaligen Infanterie-Regiments 165 am 17. und 18. Juni 1922 (siehe unten).

23. November 1919 - Gefallenen-Ehrung in Berlin-Charlottenburg


Am 23. November 1919 hält Erich Ludendorff in Berlin-Charlottenburg eine Ansprache "Zur Ehrung der Gefallenen". Diese Ansprache wurde 1991 in der Zeitschrift "Mensch & Maß" veröffentlicht (Folge vom 23.11.1991), allerdings ohne Herkunftsangabe. Vielleicht liegt der originale Ansprachetext im Ludendorff-Archiv in Tutzing vor. Einleitend kommt Erich Ludendorff darin auch auf seine Familie zu sprechen:
Meine Frau und ich sind hierhergekommen, um, obschon nicht Charlottenburger, diese Totenfeier mit Ihnen zu begehen. Droben auf dem Kirchhofe am Fürstenbrunner Weg liegen meine lieben Eltern, liegen liebe Verwandte, liegen endlich auch zwei tapfere Söhne, die den Heldentod starben für Kaiser und Reich. Jung, glühend vor Begeisterung zogen sie hinaus, wie Millionen deutscher Männer. Als Fliegeroffiziere erreichte sie die feindliche Kugel, und sie ließen ihr Leben wie zwei Millionen deutscher Kameraden. (...) Gewaltigeres und Erschütternderes sah der Erdball noch nie als diesen Kampf. (...) Wir können stolz sein auf unsere Siege. Um sie aber richtig zu verstehen, müssen wir uns vergegenwärtigen, was der deutsche Soldat erlebt, erduldet und was er ertragen hat an Strapazen, an Hunger und Durst und nicht zum mindesten an Kälte in den vier Jahren diese gewiß furchtbaren Krieges.
Es folgen noch weitere Ausführungen in diesem Sinne, in denen Ludendorff das Handeln der Soldaten im Weltkrieg als Vorbild und Verpflichtung für die Gegenwart hinstellt.

1921 - "In Bayern kann ich billiger wohnen als in Preußen"


Als Widmung schrieb Erich Ludendorff einem W. Bohlken in sein Exemplar von "Kriegführung und Politik" erschienen im Jahr 1921 (18, S. 1064):
Recht im Völkerleben ist gegebenenfalls nur durch Gewalt zu wahren.
Diese Widmung wird 1987 von Gunther Duda gebracht (18) ohne Herkunftsangabe.- Zwei Briefe Erich Ludendorffs an einen "Herrn Oberstleutnant von Wolff, Hannover Bödeckerstr. 7" sind erhalten (17).

Abb. 2: Zwei Briefe an Oberstleutnant von Wolff, Hannover

Abb. 3: Der erste Brief an von Wolff vom 12. 4. 1921

Abb. 4: Der erste Brief an von Wolff vom 12. 4. 1921 - Rückseite
Der Wortlaut des Briefes, soweit bislang entzifferbar:
München, 12.4.1921
Lieber Wolff!

Ihr Glückwunsch war mir eine Freude. Ihnen und Ihrer Gattin herzlichen Dank. Mit Bedauern (?) hörte ich das Schicksal der .... Die Revolution braucht den Offizier nur so lange, als er ihr nützt, dann kommt der Fußtritt. N. mag klug sein, dafür ist er um so schuldiger.

Wir leben hier in Zurückgezogenheit still und zufrieden, so weit das möglich ist u. sehen zu unserer Freude, daß ... alte Bekannte bei uns, und auch diese Zahl immer kleiner. Das liegt ... nun mal in den Verhältnissen. Ich zog hierher, weil meine Schwester hier wohnt u. ich billig hier wohne, billiger (?) als  in Preußen. Im übrigen bleibe ich Preuße auch hier.

Morgen sehe ich nach Berlin, es wird dort eine schwere Stunde die Beisetzung Ihrer Majestät, die uns nun wieder den Unterschied ... einst - jetzt.

Doch mein. herzlichen Gruß
Ihr Ludendorff.
Die letzte deutsche Kaiserin Auguste Viktoria war am 11. April 1921 in Doorn in den Niederlanden gestorben. Sie wurde am 19. April 1921 in Potsdam-Sanssouci beigesetzt. Erich Ludendorff ist aus diesem Anlaß nach Potsdam gereist (Studiengruppe, 23.1.2012). Vielleicht steht die Abkürzung "N." für Noske.

Abb. 5: Der zweite Brief an von Wolff, 10. 4. 1925
Der Wortlaut des zweiten Briefes, soweit entzifferbar:
München, den 10.4.1925 (?)

Lieber Wolff!

Ihre Wünschen waren mir eine aufrichtige Freude. Ja, Wolff, ich kämpfe, ... Allen,  ausgestoßen aus der Standesgemeinschaft, verraten von den preußischen Offiziersverbänden, Gott strafe sie dafür! Aber doch habe ich Freu(n)de. Sie stehen mir zu 99 % .... wieder, als meine ... Kameraden. ... ich den Weg gehen, den ich gehe. So ist der einzige, der uns noch retten kann, wenns überhaupt noch möglich ist, ....!

Ich freute mich von Ihnen u. den Kameraden zu hören. Ihre verehrte Gattin .... grüßen Sie ...
Mit deutschem Gruß
Ludendorff.
Um wen es sich bei dem Angeschriebenen handelt, muß einstweilen offen bleiben. Handelt es sich womöglich um einen vormaligen Generalstabsoffizier, der unter Ludendorff während des Krieges Dienst geleistet hat?

15. Januar 1922 - Ein Brief aus München


Im Stargard-Katalog von 1991 ist die Rede von einem Brief Ludendorffs (1991, S. 510)
mit Umschlag, München 25.1.1922. Eine Seite. 
Weitere Angaben wären evtl. aus dem Katalog selbst herauszusuchen, in dem es erläuternd zu diesem oder weiteren Briefen heißt:
Anfang 1925 legte Ludendorff die Führung der Deutsch-Völkischen Freiheitspartei nieder, die sich während Hitlers Festungshaft mit den Nationalsozialisten vereinigt hatte. - Vor wenigen Tagen (20. XII.) war Hitler aus der Haft entlassen worden.
Es wird sich noch um einen weiteren Brief handeln.

12. April 1922 - "Durch Nacht zum Licht"


Aus Anlass von Geburtstagen und Gedenktagen erhielt Erich Ludendorff natürlich zahlreiche Glückwünsche von Verehrern und Verehrerinnen. Am 12. April 1922 antwortete Erich Ludendorff auf einen solchen (29).

Abb.: Brief an Fräulein Zöpf, 12. April 1922
Im folgenden ein Vorschlag zur Lesung des Brieftextes. Insbesondere die Lesung des zweiten Absatzes ist nicht ganz sicher:
Heilmannstr. 12/4. 22
Mein liebes Fräulein Zöpf!
Sie haben mich wieder zu meinem Geburtstage durch so viel Gaben und Wünsche nebst treuen Gedanken erfreut, dass ich Ihnen und den Ihrigen nicht genug danken kann. Ich tue es aber aus ganzem Herzen u. mehr kann keiner danken.
Halten wir nur treu zusammen und widerstehen wir allen Verlockungen ... , dann ringen wir uns durch, durch Nacht zum Licht.
Mit treu deutschem Gruß
Ludendorff.
Per aspera ad astra - "Durch Nacht zum Licht!" ist ein beliebter Fahnen- und Wappenspruch nordeuropäischer Fürsten gewesen, auch der protestantischen Schweden, soweit bekannt auch von Gustav Adolf von Schweden, gefallen 1632 in der Schlacht bei Lützen im Kampf gegen die Rekatholisierung Europas.

Abb. 6: Erich Ludendorff auf der Regimentsfeier des Vereins "Ehemalige 165er" in Goslar, 17./18. Juni 1922

Juni 1922 - Auf einer Regimentsfeier in Goslar

Oben wurde schon von einer Anfrage der Ehemaligen des Infanterie-Regiments 165 aus Anlass ihrer Regimentsfeier im Jahr 1919 berichtet. Am 17. und 18. Juni 1922 kam Erich Ludendorff selbst nach Goslar aus Anlass einer solchen Feier. Über Goslar wird berichtet:
Der nun jährlich stattfindende Jägertag wurde in den Folgejahren zweimal verboten und konnte dreimal aus wirtschaftlichen Gründen nicht stattfinden.
Abb. 7: Erich Ludendorff auf der Regimentsfeier des Vereins "Ehemalige 165er" in Goslar, 17./18. Juni 1922
Von dieser Feier sind hier drei historische Fotografien eingestellt (Abb. 6-8). Die Abbildungen 6 und 7 sind auch im ersten Band der Lebenserinnerungen Erich Ludendorffs (für die Jahre 1919-1925) enthalten (S. 161, 176).

Abb. 8: "Regimentstag Ehemaliger des 5. Hannoverschen Infanterie-Regiment Nr. 165 in Goslar 1922"
Das schon 1919 geplante Denkmal für die gefallenen Goslarer Jäger am Thomaswall in Goslar wurde erst am 19. September 1926 eingeweiht. Es ist noch heute weitgehend im Originalzustand erhalten (Denkmalprojekt). Ob man dafür, wie 1919 geplant, Ludendorffs Satz benutzt hat, wäre noch einmal vor Ort - am besten im dort unterhaltenen Museum über die Goslarer Jäger - zu eruieren.

Abb. 9: Jäger-Denkmal, Goslar

Oktober 1922 - "Kriegführung und Politik" und der General Hermann von Oppeln-Bronikowski

Zum 20. Oktober 2013 ist ein Brief Erich Ludendorffs bei Ebay zum Verkauf angeboten worden (21).

Abb. 10: An General Hermann von Oppeln-Bronikowski
Der Brief ist an den General Hermann von Oppeln-Bronikowski (1857-1925) gerichtet, die Übersendung seines Buches betreffend:
München, Heilmannstr. 18/10

Sehr geehrter Herr v. Oppeln-Bronikowski,

Es wird mir eine besondere Freude sein, Ihnen mein Buch zu übersenden. Ich habe Mittler entsprechend angewiesen. Vielleicht wird Ihnen das Buch zu scharf sein, dann lassen Sie milde Kritik walten.

Anliegend das Gewünschte.
Mit kameradschaftlichem Gruß
Ludendorff.
Der Anbieter beschreibt den Brief folgendermaßen:
München, 18. Oktober o.J. Deutsche Handschrift auf Papier, 1 S. auf 1 Bl., c. 22,5 x 14,5 cm, Falt- und Knickspuren, minimal angeschmutzt.
Zur Datierung: Beim Verlag Ernst Siegfried Mittler und Sohn, der hier ja offenbar angesprochen worden ist, hat Erich Ludendorff drei Bücher (1919, 1920 und 1922) herausgebracht und vier kleinere Schriften (1908 und 1919) (22-28). In der Heilmannstraße in München lebte Erich Ludendorff erst ab Herbst 1920. Da es sich bei "Urkunden der Obersten Heeresleitung" aus dem Jahr 1920 nur um einen Dokumentenband handelt, der nicht für sich als "scharf" wird empfunden worden sein können, wird es sich hier am ehesten um das Buch "Kriegführung und Politik" aus dem Jahr 1922 handeln. Und somit wäre auch dieser Brief selbst am ehesten auf das Jahr 1922 zu datieren. Und somit dürfte er am 18. Oktober 1922 geschrieben worden sein.

Zum Empfänger: Es gibt viele Oppeln-Bronikowskis. Worauf die Sicherheit beruht, mit der der Anbieter den General Hermann von Oppeln-Bronikowksi (1857-1925) als Empfänger nennt, wird nicht ganz klar. Aber andere Personen dieses Namens, die zu dieser Zeit lebten, wird Erich Ludendorff eher nicht "mit kameradschaftlichem Gruß" gegrüßt haben. Der Brief deutet darauf hin, daß sich beide persönlich kannten. Wenn sie sich auch womöglich nicht besonders nahe standen.

Wenn anliegend noch "das Gewünschte" mitgesandt wird, dann wird dieser General nicht nur um ein Exemplar von "Kriegführung und Politik" gebeten haben, dessen Zusendung Ludendorff ja schon beim Verlag veranlaßt hatte, sondern auch noch um weiteres. Worum es sich dabei handelte, bleibt offen.

Ob der General von Oppeln-Bronikowski, der schon drei Jahre später mit  68 Jahren gestorben ist, noch eine Kritik des Buches "Kriegführung und Politik" veröffentlicht hat, muß bis dato ebenfalls offen bleiben.

Dezember 1922 - Justizrat Claß


Abb. 10a
In einem Brief vermutlich vom 9. Dezember 1922 wird vermutlich einleitend der "Justizrat Claß" angesprochen. Es wird sich dabei um jenen Heinrich Claß (1868-1953) (Wiki) handeln, der von 1908 bis 1939 Vorsitzender des Alldeutschen Verbandes war. Der Wortlaut des Briefes soweit wir ihn entziffern können:
München, Heilmannstr. 
9/12
Hochverehrter Herr Rockstroh (?)!
Justizrat Claß sandte mir Ihr freundliches Schreiben, ich werde es an den Generalfeldmarschall weitergeben.
Für die Zusendung eines Bildes werde ich zu besonderem Dank verpflichtet sein, noch viel größer aber ist mein Dank für die Leistungen der ... während des Weltkrieges, die so viel dazu beigetragen hat, den Kampf so heldenhaft zu bestehen wie wir ihn bestanden haben. Den Glauben an unsere große Zeit und auch an unsere Zukunft lasse ich mir trotz des Zusammenbruchs und der Revolution, der Mutlosigkeit und Seichtheit (?) im Volk nicht nehmen.
Mit deutschem Gruß
Ludendorff
Abb. 10b
Zu diesem Justizrat Claß, den Erich Ludendorff in seinen Lebenserinnerungen nicht sehr positiv erwähnt, hielt Ludendorff wohl höchstens bis etwa 1926 eine solche Verbindung wie sie in diesem Schreiben vorauszusetzen ist. Auch wird Erich Ludendorff nach 1926 kaum noch Briefe freundschaftlich an Paul von Hindenburg weiter gegeben haben, der hier sicher der angesprochene "Generalfeldmarschall" ist. Insofern könnte die Bleistift-Datierung auf der Rückseite dieses Briefes den 12.12.1922 richtig sein. Somit wird Erich Ludendorff diesen Brief am 9. Dezember 1922 geschrieben haben und er wird am 12. Dezember 1922 angekommen sein.

Der zentrale Begriff für das volle inhaltliche Verständnis dieses Schreibens ist wieder einmal nur schwer entzifferbar. Die Leistungen welcher Organisation hat im Weltkriege "so viel dazu beigetragen, den Kampf so heldenhaft zu bestehen"? Es könnte hierbei etwa an den Wetterdienst gedacht werden oder an eine Stelle, die (waffen)technische oder wissenschaftliche Entwicklungen förderte. Für Lesevorschläge aus der Leserschaft sind wir auch diesbezüglich dankbar.

Auch der Name des Angeschriebenen kann natürlich noch ganz anders lauten als von uns vermutet. Bei diesem Brief handelt es sich im übrigen um ein Ebay-Angebot aus dem April 2017.

1923 -  "Der Geist und die Kraft des alten Heeres..."

In einem undatierten Stargard-Katalog (S. 83) wurde ein Albumblatt ohne Ort- und Datumsangabe versteigert ("ca. 1923"), das lautete:
Der Geist und die Kraft des alten Heeres brachte die Luftstreitkräfte im Krieg zu unvergleichlicher Höhe. Tote und Lebende haben gleichen Anteil daran. Ehre dem Andenken der gefallenen Helden. Die Lebenden aber haben weiter ihre Pflicht zu erfüllen und in dem Geist und in der Kraft zu wirken, die sie im Weltkriege auszeichneten.

Ein Gewehr Erich Ludendorffs?

Margarethe Ludendorff berichtet in ihren Erinnerungen, daß der Diener Erich Ludendorffs Kurt Neubauer sich im Krisenjahr 1923 verpflichtet gesehen hätte, das Ludendorff'sche Wohnhaus in München-Prinz Ludwigshöhe insbesondere nachts vor Anschlägen zu schützen. Womöglich benutzte er dafür auch ein Gewehr, das im Jahr 1960 auf einer "Pariser Versteigerung" zum Verkauf kam. So wurde es jedenfalls in der Bonner Rundschau vom 19. März 1960 unter der Überschrift "Kulturiosa" berichtet:
... Andererseits wurden für ein zwölfkalibriges Gewehr aus dem ehemaligen Besitz des Generals Ludendorff 600 DM bezahlt. Letzteren Gegenstand kann man allerdings noch gebrauchen.
Weitere Angaben liegen dazu zunächst nicht vor, so daß vorläufig gar nichts gesagt werden kann darüber, ob dieses Gewehr sich wirklich im Besitz von Erich Ludendorff befunden hat und wie es im Jahr 1960 in den Pariser Auktionshandel gekommen ist. Wenn man sich recht erinnert, mußten unter der amerikanischen Besatzung 1945 alle im Privatbesitz befindlichen Waffen abgeliefert werden. Man könnte vermuten, daß dabei auch dieses Gewehr zunächst in den Besitz der amerikanischen Besatzungsmacht gekommen ist.

Daß sich jedenfalls ein Gewehr im Besitz eines pensionierten Berufssoldaten und Generals befunden hat, wird man wohl - zumal in den damaligen Zeiten - nicht als allzu ungewöhnlich bezeichnen müssen. Wenn denn diese Angabe in der Pariser Auktion überhaupt zutraf.

August 1924 - Lüttichgedenken in Hannover




Abb. 11: Schreiben an Major a.D. Junker - 10 Jahre Lüttich, Gedenktag
Wie den mit Bleistift hinzugefügten Erläuterungen in Abbildung 1 zu entnehmen ist, schrieb Erich Ludendorff im August 1924 an einen Major a. D. Junker - wohl aus Anlaß eines Treffens von ehemaligen Angehörigen des Infanterie-Regiments Nr. 73 in Hannover. (Die  Ortsangabe "Tutzing" weist auf die Zeit der Bleistifteintragungen hin: Erich Ludendorff hat erst zwischen 1933 und 1937 in Tutzing gelebt.) Der Text lautet:
Es jährt sich die 10jährige Wiederkehr des Kriegsbeginnes und damit auch der Tage von Lüttich, des Orts der Feuertaufe des Füsilier-Regiment 73.
Würdig seiner alten Überlieferungen, würdig der Taten des Krieges 1870/71 hat das Regiment auch bei Lüttich gefochten, hier und im Verlauf des gewaltigen Weltkrieges neuen Ruhm erworben.

Es war ein vollwertiges Glied des alten preußischen Heeres.

Mögen die Angehörigen des Regiments das nie vergessen und sich bewußt bleiben, was sie in Rücksicht auf ihre eigenen Taten dem Vaterlande noch schuldig sind.

Ludendorff.
Es sind dies offenbar Zeilen, die sich der Major d. D. Junker erbeten hatte für eine Regiments-Feierlichkeit in Hannover. Im Jahr 1928 sollte in der Eilenriede in Hannover ein Kriegerdenkmal für das 73. Infanterie-Regiment (Füsilierregiment) aufgestellt werden. In verschiedenen Veröffentlichungen wird dieses Regiment und seine Geschichte erwähnt oder behandelt (6 - 8). In einer Regimentsgeschichte von 1967 heißt es einleitend über die Einnahme von Lüttich (Google Bücher-Ausschnitt, 6, S. 21):
innerhalb der .. Inf. Brig. zu einer schnell zusammengestellten und vorausbeorderten Armee-Abteilung unter dem Kommando des Kommandierenden Generals des 10. Armeekorps, Gen. d. Inf. vo. Emmich. Dieser hatte den Auftrag, die den Vormarsch durch Belgien sperrende Festung Lüttich im Handstreich zu nehmen. An dem Gelingen dieses wohl kühnsten Unternehmens des 1. Weltkrieges sind die hannoverschen Füssiliere hervorragend beteiligt gewesen.
Oder auch, um noch einen weiteren Eindruck zu geben (S. 27):
Am 16. Dezember 1918 marschierte das Füsilier-Regiment Generalfeldmarschall Prinz Albrecht von Preußen (Hannoversches) Nr. 73 mit wehenden Fahnen in seine Garnison Hannover ein. Tausende säumten die Straßen und boten den Heimkehrern einen freudigen Empfang, doch in ihren Augen standen Tränen.
Auch sonst findet sich im Internet mancherlei Hinweis auf die Geschichte dieses Regiments (a, b). Der Ludendorff-Anhänger Hauptmann a.D. Franz Biese war Angehöriger des 1. Hannoverschen Infanterie-Regimentes Nr. 74. Auch dieses hatte 1925 einen Gedenkstein gesetzt, der im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde. Im Jahr 1963 wurde ein neuer in der Eilenriede gesetzt, wobei der ehemalige Regiments-Adjutant Franz Biese das Schlusswort sprach (16). 

September 1924 - Erich Ludendorff schreibt an Bruno Schmidt-Reder



Ein Bruno Schmidt-Reder (geb. 1863) hatte schon 1909 eine "lustige Geschichte" und 1915 eine Schrift über seine Kriegsgefangenschaft in England und seine Flucht aus dieser in Deutschland veröffentlicht (9, 10). Erich Ludendorff antwortete ihm unter "München" und dem Datum des 8. September 1924 auf dessen Anfrage um Vermittlung eines Verlegers für ein neues Manuskript (ZVAB):
München, 08.09.24
Meine Zeit ist zu sehr besetzt, so dass ich noch nicht zum lesen der Bücher gekommen bin. Ich werde ihnen aber Aufmerksamkeit schenken. Was Ihren Vorschlag betr der Rangliste belangt so begrüße ich den Gedanken wärmstens und würde Ihnen raten sich doch einmal mit Mittler und Sohn in Verbindung zu setzen.
[eigenh.] Mit deutschem Gruß Ludendorff
(Dieser Brief ist derzeit immer noch käuflich zu erwerben für 125 Euro.) Um welche Zusammenhänge es hier geht, ist vorderhand unbekannt.

8. November 1924 - Eine Münchner Ludendorff-Verehrerin


1988 wurden von dem Auktionshaus Stargard (20, S. 359)
drei eigenhändige Briefe (Erich Ludendorffs) mit Unterschrift (Berlin und München, Frühjahr 1919) bis 8. XI. 1924 
versteigert. Sie waren gerichtet:
An eine Verehrerin in München, der er unter anderem für einen "schönen Blumenstrauß aus den Bergen" dankt.
Am 8. November 1924, vor dem ersten Jahrestag des Hitlerputsches schreibt er:
"An diesem denkwürdigen Tage treuen Dank".

Vor 1933 - "Die ganze Größe dieses erhabenen Fürsten"


In einem undatierten Brief aus der Zeit zwischen 1922 und 1933 gerichtet an einen Professor Dr. Volk, spricht Erich Ludendorff von der "ganzen Größe dieses erhabenen Fürsten". Damit könnte Otto von Bismarck gemeint sein und es könnte die Rede sein von einem Gedenkartikel oder einer sonstigen Veröffentlichung des angeschriebenen Professors Volk über Bismarck.

Abb.: Brief ohne Jahreszahl an einen Professor Dr. Volk
(Herkunft: Ebay 10/2017) 

Im Wortlaut heißt es:
München, Heilmannstr. 5, 18/4
Hochverehrter Professor Dr. Volk!
Sie haben mir eine große Freude bereitet, für die ich herzlich danke. Möchten wir die ganze Größe dieses erhabenen Fürsten verstehen und uns an ihr aufrichten.
Mit deutschem Gruß
Ludendorff.
Aber ob der Name "Professor Volk" von uns richtig gelesen ist, dürfte vorerst nicht 100 % sicher sein. Auch ist schwer zu sagen, um welchen Professor Volk es sich gehandelt haben könnte. So gab es einen Mathematiker Otto Volk (1892-1989) (Wiki), der seit 1923 Professor an der Universität Kaunas in Litauen war. Er hatte ursprünglich einmal katholische Theologie studiert und war ab 1938 Mitglied der NSDAP geworden. (Weniger infrage kommen dürfte der Wiener Mediziner Richard Volk [1876-1943], der 1938 emigrieren mußte, und der Würdigungen in politisch linksstehenden, bzw. DDR-Publikationen erfuhr.) (Vielleicht gab es damals noch andere Personen, die als "Professor Volk" angesprochen werden konnten, und die über Google-Bücher-Suche nicht so leicht zu finden sind wie die genannten beiden.)

Vor 1933 - Ludendorff empfängt


Abb. 15: Erich Ludendorff an einen Herrn Alt, ohne Jahr
Ohne Angabe der Jahreszahl ist der folgende kurze Brief (Abb. 15):
München, Heilmannstraße, 24.11.

Mein lieber Herr ... (Alt?)!

Wir werden uns freuen, Sie am Montag nachm. um 1/2 3 bei uns zu sehen.

Bis dahin mit freundlichem Gruß Ihr
sehr ergebener
Ludendorff
Das "wir" wird sich auf Ludendorff und eine seiner beiden Ehefrauen beziehen. Zunächst ist kein Anhaltspunkt erkennbar dahingehend, um wen es sich bei diesem Herrn gehandelt haben könnte und wann genau dieser Brief geschrieben wurde. Ludendorff lebte von 1920 bis Ende 1932 in der Heilmannstraße in München.

"Deutscher Wille, deutsche Ehre, deutsche Art" (Februar 1925)


Abb. 16: Zeilen Erich Ludendorffs, offenbar vom 16. Februar 1925 (Inlibris, Gilhofer Nfg.)
Laut Bleistift-Erläuterung schrieb Erich Ludendorff am 16. Februar 1925 folgende Worte:
Wir halten fest an dem Streben nach einer Einigung aller Deutschen in einem starken Reich, in dem nichts herrscht als deutscher Wille, deutsche Ehre, deutsche Art.
Ludendorff.
Aus welchem Anlass und in welchen Zusammenhängen Erich Ludendorff das geschrieben hat, ist einstweilen unbekannt.

/Zum Jahr 1926 gibt es einen eigenen Blogbeitrag./

Fotos beim Hoffotografen in München


Abb. 18: Leni schreibt an Max (undatiert)
Ähnlich schwierig ist es zu sagen, was von dem folgenden kleinen Brief (Abb. 17) zu halten ist. Die Schreiberin "Leni" scheint in der deutschen Schrift kein Rund-, bzw. Abschluß-s zu kennen und schreibt ein Mischmasch von deutscher und lateinischer Handschrift:
Lieber Max!

Anbei das Foto, welches am 5. (oder 8.?) Jenner (?) zu München von dem Hoffotografen gemacht wurde.
Liebe Grüße von
Leni
Mathilde
Ludendorff.
Der Namenszug "Ludendorff" ist eindeutig von Erich Ludendorff. Kann der Namenszug "Mathilde" wirklich von Mathilde Ludendorff sein? Handelt es sich bei "Leni" um eine Haushälterin? Das müßte noch einmal anhand der Lebenserinnerungen Mathilde Ludendorffs überprüft werden. Es wäre insbesondere zu prüfen, welcher Max und welche Leni Mathilde Ludendorff mit Vornamen ansprachen.

April 1927 - "Bitte keine Glückwünsche senden"

In den Jahren 1926 bis 1929 schrieb Erich Ludendorff für die Wochenzeitung "Deutsche Wochenschau", das damalige Mitteilungsblatt des Tannenbergbundes. In die Folge vom 3. April 1927 setzte er hinein:
Ich bitte meine Freunde, mir zu meinem bevorstehenden Geburtstag keine Glückwünsche zu senden. Wer mir eine Freude machen will, der möge mir mitteilen, wie viel Neubezieher er für die "Deutsche Wochenschau" geworben hat.
In der gleichen Folge teilt er mit, dass er als Reichstags-Abgeordneter nach der Auflösung der "Völkischen Arbeitsgemeinschaft" keiner Parlamentsfraktion mehr angehörte.

Februar 1928 - "Dankbar für Gesundung aller Dinge"


Abb. 19: Brief an einen Herrn Scheck - München, 18. Februar 1928
Der inhaltliche Sinn dieses kurzen Schreibens wird nicht so recht deutlich:
Geehrter Herr Scheck!
Dr. ... (Hundling?, Hamerling?) besitze ich, aber ... ("Freunde brauchen es"?), ich werde für Gesundung aller Dinge dankbar sein.
Mit Deutschem Gruß,
Ludendorff
April 1928 - "Die vortrefflichen Braunschweiger Erzeugnisse"

Abb. 20: Erich Ludendorff an einen Braunschweiger Verehrer im April 1928
Ein Text-Vorschlag zu dem Brief aus Abbildung 20:
München, den 10. 4. 28

Geehrter Herr Rönnecke (oder Brümmcke -?)!

Nehmen Sie meinen Dank für Ihre Wünsche und die vortrefflichen Braunschweiger Erzeugnisse. Sie wollten mir Freude machen und Sie haben mir Freude gemacht. Arbeiten Sie weiter im Dienst des Deutschen Volkes gemeinschaftlich (?) für die Freiheit und das Leben des Volkes.

Ihnen und den Freunden nochmals Dank und Gruß

Ludendorff
(Das Datum mutet auf den ersten Blick wie "1918" an. Aber im April 1918 wird Ludendorff nicht in München geweilt haben. 1938 war er schon tot, also bleibt nur 1928.) Der Name Rönnecke ist einer, der in der Umgegend von Braunschweig vorkommt, deshalb ist diese Lesart möglich. Es handelt sich offenbar um die Antwort auf Geburtstagsglückwünsche zum 9. April und um den Dank für ein Geburtstagsgeschenk. Auf dem Ebay-Angebot heißt es noch weiter: "Aus Nachlass mit gesicherter Herkunft" (13).

Ein Professor schreibt in der "Schlesischen Zeitung" zum 9. April erneut einen Ludendorff-Artikel


Abb. 21: Brief Erich Ludendorffs an einen Professor in Schlesien

Lesevorschlag:
München, Heilmannstr. 13. April [o.J.]
Sehr geehrter Herr Professor!
Nehmen Sie wieder meinen aufrichtigen Dank für die Art, in der Sie meiner gedachten und die Zusendung der Schlesischen Zeitung. Leider ist das Telegramm, das auch an  mich gehen sollte, nicht in meine Hände gelangt.

Mit treu deutschem Gruß
Ludendorff.
Angaben des Verkäufers (ZVAB):
Deutsche Handschrift auf Papier, 1 S. auf 1 Bl., c. 21,5 x 13,5 cm. Gebräunt, Eckfehlstellen.  An einen Professor, dem er für die Übersendung der Schlesischen Zeitung dankt.
Ludendorff wohnte, wie schon oben bemerkt, vom 20. August 1920 bis Ende 1932 in der Heilmannstraße in München. Näher kann auch dieser Brief zeitlich offenbar erst durch Studium der "Schlesischen Zeitung" eingegrenzt werden, die bis 1945 in Breslau erschien.

19. April 1928 - "Dr. Köthner hat mit seiner Aussage dem Volke gedient" 

1988 wurden vom Auktionshaus Stargard angeboten (20, S. 426)
75 an den "völkischen Politiker und Schriftsteller Alfred Roth (1879-1969) gerichtete Briefe und Karten.
Darunter offenbar (20, S. 426):
Sechs eigenhändige Briefe mit Unterschrift und ein Brief mit Unterschrift und E. (?) München 27. Dezember (1920) bis 19. April 1928. 10 Seiten.
Überschrieben ist der Abschnitt im Stargard-Katalog mit "Gegen die 'überstaatlichen Mächte'". Möglicherweise handelt es sich also um Briefe (20, S. 426)
An den "völkischen" Schriftsteller und Politiker Alfred Roth (1879-1969) in Stuttgart, den Organisator und Führer des "Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes" (1919/22).

27. November (1922). Aus dem Jahr des Rathenau-Prozesses, der zum Verbot des "Schutz- und Trutzbundes" und zur Verurteilung Roths im Zusammenhang mit der ideellen Urheberschaft des Rathenau-Mordes geführt hatte:
... Geben Sie sich keine Mühe mit dem Staatsgerichtshof, er wird nie Recht sprechen. Die Sozialdemokratie treibt bewusst Machtpolitik, das Bürgertum will es nicht merken und versteht es nicht ...

Ich begrüße es, dass Sie weiterarbeiten wollen, es muss wenn auch kein Hass, aber heiliger Zorn dabei sein.
Möglicherweise sind auch die folgenden Briefe an Alfred Roth in Stuttgart gerichtet (20, S. 426, bzw. 20, S. 426):
... Der Kampf der ... gilt an vielen Stellen meiner Person ... Der Kampf ehrt mich, ich will aber meinen Freunden nicht schaden.

Ich hörte heute von einem bedeutungsvollen Werk, das demnächst erscheint. Es entziffert die Inschriften der alten Etrusker und kommt zu dem Ergebnis, dass Etrusker und Juden ein Volk sind. Vom schwerwiegender Bedeutung ist, dass die Etrusker Ritualmorde kennen. Es klingt etwas phantastisch. Aber es ist die Wahrheit ...
3. März 1928 aus der Zeit der Freimaurer-Prozesse gegen Ludendorff, in denen der Berliner Privatdozent Dr. Paul Köthner eine Rolle spielte:
... Gestern Abend gab mir meine Frau ihre Aufzeichnungen über ... Ihre Mitteilungen und heute lese ich sie größtenteils in der Reichssturmfahne." (Das von Roth heraus gegebene ...)

Nun zu m. Sache, Sie stellten mir Material K's mit oder ohne seine Zustimmung in Aussicht ... wann bekomme ich nun Ihren Bescheid ...
Am 19. April 1928 schreibt Erich Ludendorff (20, S. 427):
... Dr. Köthner hat mit seiner Aussage dem Volke gedient, wer sie aufmerksam liest, ist sich über die ungeheuerlichen Zusammenhänge klar ... Auch bedaure ich, dass Herr Köthner sich hier nicht als Verfasser der wichtigen Schrift über "Die Internationale Freimaurerei auf ... Kriegspaden" bekennt. Sie ist eine wertvolle Quelle für die neueste Geschichtsforschung. Das Schicksal seiner Renatus Ramwerke ist grotesk ... Ich besitze dieses Werk nur teilweise, hat der inquisitorische Brandstoß nicht doch noch einige Exemplare übrig gelassen? ...
Weiteres wäre noch einmal nachzuschlagen.

Sachsen (etwa 1929)

1929 erschien das Buch "Das Königlich Sächsische 1. Jäger-Bataillon Nr. 12 im Weltkrieg - Nach den amtlichen Kriegstagebüchern und unter Mitwirkung zahlreicher Kriegsteilnehmer". Autoren waren M. von Kracht und H. C. Poten (erschienen bei Wilhelm Limpert Verlag, Dresden, 377 S. [Ehemalige Kgl. Sächs. Armee bearbeitet unter Benutzung der amtlichen Kriegstagebücher, Heft 58]). Im Januar 2016 wird auf Ebay ein Exemplar dieses Buches angeboten:
Mit Widmung beider Autoren Kracht und Poten sowie einer 8-zeiligen Widmung von 1. Generalquartiermeiser Ludendorff auf hinterem Vorsatz/Erinnerungsblätter deutscher Regimenter.
Es wird aus diesen Angaben nicht ganz klar, ob diese Widmung gedruckt ist oder original handschriftlich eingetragen ist. In jedem Fall dürfte sie etwa im Jahr 1929 entstanden sein. Vielleicht stand Ludendorff mit einem der beiden Autoren in gutem Verhältnis oder mit einem Angehörigen dieses Bataillons.

1929 (?) - An einen Auslandsdeutschen

Abb. 21a: Erich Ludendorff an einen Herrn Becker (Ebay-Angebot, April 2016)
Erich Ludendorff schreibt offenbar an einen Herrn Becker außerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches seit 1920. Lesevorschlag:
München, 18.04.
Sehr geehrter Herr Becker!
Ich habe mich über Ihre Zeilen (?) ... besonders gefreut, weil ich sah, Sie wollten mir eine Freude machen. Das haben Sie damit gethan. Nun bitte ich Sie auch noch um die Zeitung (?).
Damit Sie sich ein Bild machen können von meinem Kampf, sende ich die Anlagen. Der Kampf gegen Rom befreit auch Ihre Heimat.
Mit Deutschem Gruß,
Ludendorff.
1929 erschien das Buch "Das Geheimnis der Jesuitenmacht und ihr Ende". Vielleicht beziehen sich darauf die Worte vom "Kampf gegen Rom". Sonst fällt einstweilen eine Einordnung nach Jahreszahl und Empfänger schwer. Die Ortsangabe München lässt grundsätzlich eine zeitliche Einordnung auf die Jahre 1923 bis 1932 zu. Mit "ihre Heimat" könnte grundsätzlich Österreich gemeint sein oder Südtirol oder Ostoberschlesien. Vielleicht aus Südamerika.

Um den "Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten" (1929?)


Spätestens seit Erich Ludendorff sein Buch "Vernichtung der Freimaurerei durch Enthüllung ihrer Geheimnisse" geschrieben hatte, geriet er in Gegensatz zu den Führungskreisen des in damaligen Jahren einflussreichen Frontkämpfer-Verbandes "Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten". Es gab viele Hinweise darauf, dass in der Führung des "Stahlhelm" Freimaurerbrüder tätig waren. Dagegen hat sich Erich Ludendorff gewandt.

Abb.: Undatiertes Brieffragment Ludendorffs (Herkunft: Ebay, März 2017)
Es existiert nun ein undatiertes Brieffragment Erich Ludendorffs, in dem auf diesen "Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten" Bezug genommen wird. Unsere Lesart:
... Feier. S. hat sich am .... scharf gegen mich gewendet, daher die Haltung des Stahlhelms in Münster am 14.!
Mit Deutschem Gruß
Ludendorff.
Dieser Brief könnte aus dem Jahr 1929 stammen.

"Mitkampf ist die Hauptsache und Weg zur Freiheit" (1929 und 1930)

Zwei Antwortkarten, die Erich Ludendorff an einen Verehrer geschrieben hat, der ihm am 9. April 1929 zum 64. und am 9. April 1930 zum 65. Geburtstag gratuliert hat, zum Verkauf gelangt (30).

Abb. 22: Antwortkarte Erich Ludendorffs, April 1929
Ludendorff schreibt an den Verehrer auf einer vorgedruckten Karte:
München, im April 1929.
Meinen Dank und Gruß!
Ihr Glückwunsch war mir eine besondere Freude.
Ludendorff.
Der Adressat ist vorderhand namentlich nicht bekannt.

Abb. 23: Antwortkarte Erich Ludendorff, 15. April 1930
Karte, datiert 15.4.1930:

Abb. 24
Der Vordruck lautet:
Dank für Glückwunsch. Mitkampf und ausgiebige Verbreitung der Kampfwerke und der "Ludendorffs Volkswarte" ist die Hauptsache und Weg zur Freiheit.
Ludendorff empfiehlt ein Kriegsbuch (wohl 1930)

1919 - und in Folgeauflagen 1930 und 1933 - erschien das Weltkriegs-Buch eines Wilfried Wroost "Der Russenkopf - Geschichte einer Kompagnie" (14). In dem Nachlaß dieses Wilfried Wroost liegt nun vor (laut Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg):
Brief von Erich Ludendorff an Wilfried Wroost
ohne Ort, ohne Datum – ein eigenhändiger Brief mit Unterschrift
Erich Ludendorff schreibt, daß er den "Russenkopf" begeistert gelesen hat und wünscht, daß "viele Deutsche" dies auch tun!
Auf welche Auflage sich dies bezieht, ist einstweilen nicht bekannt. Auch ein Brief Erich Ludendorffs an den Hamburger Schriftsteller und Lehrer Otto Ernst (1862-1926) liegt vor. Allerdings wäre sein Inhalt noch zu recherchieren (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg).

Es folgt ein zweiter und zugleich letzter Teil.

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Literaturverzeichnis am Ende des 2. und zugleich letzten Teiles dieses Beitrages.  

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